KATRIN A. FREITAG
Der Durst nach Leben
Durst zeigt sich selten eindeutig.
Oft tarnt er sich.

Ich habe lange nicht gewusst, dass ich Durst habe.
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Gemeint ist kein trockener Mund.
Es war eher dieses Gefühl, dass etwas fehlt, ohne dass ich es greifen konnte.
Eine innere Unruhe.
Ein ständiges Suchen.
Heute nenne ich es den Durst nach Leben.
​Vielleicht kennst du das auch.
Der Alltag läuft. Termine reihen sich aneinander.
Du machst, was dran ist.
Und trotzdem schwankt die Energie.
Gedanken fühlen sich zäher an.
Die Konzentration bricht schneller weg.
Manchmal sind wir erschöpft, obwohl der Tag eigentlich machbar war.
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Die Gründe suchen wir oft woanders:
beim Schlaf, beim Stress, beim Essen.
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Und manchmal liegt es viel näher.
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Es beginnt beim Trinken.
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Wasser ist im Körper überall dabei.
Bei Bewegung.
Beim Denken.
Im ganzen Tagesrhythmus.
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Es hält Abläufe aufrecht.
Auch den Stoffwechsel – dieses ständige Arbeiten im Hintergrund,
das Energie bereitstellt, abbaut, neu sortiert.
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Wenn über den Tag zu wenig Wasser kommt, gerät etwas ins Stocken.
Wir fühlen uns träger.
Weniger klar.
Der Körper braucht länger, um in Schwung zu kommen.
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Und das Erstaunliche ist:
Oft geht es gar nicht um komplizierte Regeln.
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Es geht darum, überhaupt regelmäßig zu trinken.
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Viele von uns trinken zu wenig.
Oder erst dann, wenn der Körper längst Signale schickt:
Müdigkeit.
Konzentrationslücken.
Dieses nervöse Gefühl, dass etwas fehlt.
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Wir spüren das – bringen es aber selten mit Wasser in Verbindung.
​
Ich habe begonnen, mich mit Wasser zu beschäftigen,
weil mir der Unterschied im Alltag aufgefallen ist.
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Wie sich ein Tag anfühlt, wenn ich gut versorgt bin.
Wie stabil meine Konzentration bleibt.
Wie viel ruhiger mein inneres Tempo wird.
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Wasser wurde ein fester Bestandteil meines Tages.
Am Morgen.
Während der Arbeit.
Beim Kochen.
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Ganz selbstverständlich.
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Mit der Zeit hat sich meine Wahrnehmung verändert.
Durst zeigt sich auf viele Arten.
Wir verwechseln ihn oft mit Hunger.
Oder mit Lust auf etwas Schnelles:
Kaffee. Süßes. Ablenkung.
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Dabei ist da manchmal einfach ein Körper, der nach Flüssigkeit fragt.
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Was und wie wir trinken, beeinflusst, wie ein Tag sich anfühlt.
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Mein Name ist Katrin A. Freitag.
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Ich teile das, weil Wasser für mich mehr geworden ist als nur etwas zum Trinken.
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Es ist ein täglicher Anfang.
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Und vielleicht auch für dich eine neue Frage:
​
Wie fühlt sich ein Tag an, wenn du wirklich gut versorgt bist?
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